28.06.2008, 22:24
Tja, wie heißt es:
1. verläuft eine Planung anderst,
2. als man es ursprünglich wollte.
Wir wollten am 28. gemütlich über den Seebener Klettersteig auf die Coburger Hütte gehen und dort übernachten. Am 29. über das Seebener Tor und Stöttltörl auf den Klettersteig zur Wankspitze und über das Lehnberghaus nach Obsteig. Von da aus eben wieder mit dem Bus nach Ehrwald und zu Fuß 2 Km zum Parkplatz.
Also ein Anruf auf der Hütte: Der Hüttenwirt meinte, es sei alles belegt und ich zog einen Flunsch. Gut, dann meinte Elke, gehen wir am Sonntag und machen eben die Tour an einem Tag - "Oder was meinst du? Schaffen wir das nicht???"
Ich sagte: "Es geht, wird aber eine Monstertour!". Für Elke wars nun gebongt.
Dann der Einwand: "Warum machen wir das nicht schon am Freitag zu meinem Geburtstag? Am Sonntag soll es brütend heiß werden!"
Ok, das war ein Argument.
Also Freitag der 27. - ein Siebenschläfertag - an so einem Tag scheppert der Wecker um 4:15 Uhr. Ich quäle mich 10 Minuten später aus dem Bett und um 5:20 Uhr waren auf der Straße - das obligatorische Frühstück im Auto.
6:55 Uhr waren wir am Parkplatz der Ehwalder Almbahn (1110m). Nebel und Sichtweite =0 empfing uns, aber über dem Daniel kam schon blauer Himmel her. Noch fertig frühstücken, umziehen und um 7:20 Uhr an Tour. Immer dem Bach entlang Richtung Seebener Klettersteig.
Dazu muss ich sagen, ich habe mir am Dienstag meine HanWag Ferrata GTX NEU gekauft und an dem Tag zum ersten mal an!
Am Seebener Klettersteig angekommen, fielen mir gleich 2 neue Trittbügel in der Einstiegswand auf - absolut entschärft. Klettergerödel an und dann ging´s los. Nach 1 1/4 bis 1 1/2 Stunden waren wir durch. Oben war es noch wolkig und sehr trübe, es nieselte und so bummelten wir gemütlich zum Seebensee und weiter zum Materiallift der Coburger Hütte. Ein "kurzer" Plausch mit dem Hüttenwirt, dann ging es auf die Hütte (1917m).
Dort waren wir um 11:00 Uhr. Hunger hatte ich und so mussten Spagetti her. Kaum verging eine Stunde, waren wir wieder unterwegs - es war zwar immer noch wolkig, aber nieselte nicht mehr. 30m Hinab zum Drachensee und dann hinauf zum Seebener Tor (2263m). Von der Abzweigung zum Tajatörl bis fast hinauf zum Seebener Tor mussten wir ein riesiges Schneefeld queren - uns spuren.
Wir stehen auf dem Seebener Tor und blickten in die Sonne. 200m steile direkte Abfahrt um Schnee Richtung der Abzweigung zum Stöttltörl, rest noch über Schotter bis 1960m dann ging es in der echt heißen Sonne zum Stöttltörl (2036m) hoch. Hier war Schluß mit lustig, es pfiff ein Wind, das wir trotz der Sonne unsere Fließjacken anzogen, rein ins Kletterzeugs und ab. Der Klettersteig zur Südlichen Wankspitze war schön wie immer und geröllig wie immer. An jeder Bergkuppe und in jeder Scharte pfiff der Wind durch. So ging es immer hoch auf einen kleinen Zwischengipfel und wieder bis zu 30m runter und wieder hoch. Dieses mal sind wir die Kletterclub-Variante (seit letztem Jahr neu) gegangen und haben auf dem Aussichtsbankerl ein Päuschen gemacht. Kurz danach waren wir auf der Wankspitze.
Kletterzeugs ausziehen, schnell was trinken, Aussicht genießen und dann ging es ab. Es war heiß, aber sehr windig und die Zeit saß uns im Nacken.
Wir gingen um 16:41 Uhr von der Wankspitze runter und unser Bus fuhr um 18:14 Uhr in Obsteig weg. Also ging es eilenden Fußes dahin, knappe 1150 Hm bis Obsteig in knapp 1:40 Stunden. Wenn ihr jetzt mitgerechnet habt, werdet ihr wissen, dass wir unseren Bus um nicht mal 5 Minuten verpasst haben.
Also an den Straßenrand und den Daumen in den Wind halten und auf ein deutsches Kennzeichen hoffen, denn die fahren am ehesten über den Fernpass.
Ein ganz junges Pärchen hielt, sie fuhren nicht nur über den Fernpass (sie mussten nach Füssen), sie fuhren auch nach Ehrwald und sie fuhren uns auch noch zum Parkplatz - das war ein ganz klasse Geburtstagsgeschenk für Elke.
An dieser Stelle an das Pärchen nochmals vielen Dank.
Im Auto angekommen wurde erst mal Wasser gebunkert und Schuhe ausgezogen, verschwitztes Zeug weg und umziehen - welch Wohltat. Zum Abschluss gab es in Ehrwald noch eine Pizza - um die Lebensgeister zu wecken!
Noch ein paar Touren-Eckdaten:
19 Km Länge
1550 Hm gesamt auf mit allen Gegenanstiegen
1600 Hm Gesamt ab
Seebener Klettersteig: Steighöhe ca. 220 m - D/E
Wankspitz Klettersteig: Steighöhe ca. 170 m + Gegenanstiege = ca. 250 m - C
Gesamtzeit 11 Std
Reine Gehzeit ca. 9:30 Std
Ach ja, meine neuen Schuhe sind jetzt eingelaufen - sie trugen sich wie Hausschuhe, nur mit wesentlich besseren tritt. Auf der zweiten Hälfte vom Seebener waren sie schon so griffig, dass ich mit ihnen sicher reiben konnte.
Es war eine anstrengende, aber traumhafte Tour.
Um mit Ulis Worten zu schreiben, es war zu 90% eine Uli-Tour - den Seebener kann man ja auch über den "Hohen Gang" umgehen.
Hier mal die Tourengrafig:
[attachment=343]
Edit: Muss noch schnell einen Nachtrag machen: Das "Seeben(er) Törl" (in der DAV-Karte in Klammer gesetzt) ist eigentlich unter dem richtigen Namen "Grünstein Scharte" bekannt - kann mir den Namen nur nicht merken (der Hinweis kam von df311)
1. verläuft eine Planung anderst,
2. als man es ursprünglich wollte.
Wir wollten am 28. gemütlich über den Seebener Klettersteig auf die Coburger Hütte gehen und dort übernachten. Am 29. über das Seebener Tor und Stöttltörl auf den Klettersteig zur Wankspitze und über das Lehnberghaus nach Obsteig. Von da aus eben wieder mit dem Bus nach Ehrwald und zu Fuß 2 Km zum Parkplatz.
Also ein Anruf auf der Hütte: Der Hüttenwirt meinte, es sei alles belegt und ich zog einen Flunsch. Gut, dann meinte Elke, gehen wir am Sonntag und machen eben die Tour an einem Tag - "Oder was meinst du? Schaffen wir das nicht???"
Ich sagte: "Es geht, wird aber eine Monstertour!". Für Elke wars nun gebongt.
Dann der Einwand: "Warum machen wir das nicht schon am Freitag zu meinem Geburtstag? Am Sonntag soll es brütend heiß werden!"
Ok, das war ein Argument.
Also Freitag der 27. - ein Siebenschläfertag - an so einem Tag scheppert der Wecker um 4:15 Uhr. Ich quäle mich 10 Minuten später aus dem Bett und um 5:20 Uhr waren auf der Straße - das obligatorische Frühstück im Auto.
6:55 Uhr waren wir am Parkplatz der Ehwalder Almbahn (1110m). Nebel und Sichtweite =0 empfing uns, aber über dem Daniel kam schon blauer Himmel her. Noch fertig frühstücken, umziehen und um 7:20 Uhr an Tour. Immer dem Bach entlang Richtung Seebener Klettersteig.
Dazu muss ich sagen, ich habe mir am Dienstag meine HanWag Ferrata GTX NEU gekauft und an dem Tag zum ersten mal an!
Am Seebener Klettersteig angekommen, fielen mir gleich 2 neue Trittbügel in der Einstiegswand auf - absolut entschärft. Klettergerödel an und dann ging´s los. Nach 1 1/4 bis 1 1/2 Stunden waren wir durch. Oben war es noch wolkig und sehr trübe, es nieselte und so bummelten wir gemütlich zum Seebensee und weiter zum Materiallift der Coburger Hütte. Ein "kurzer" Plausch mit dem Hüttenwirt, dann ging es auf die Hütte (1917m).
Dort waren wir um 11:00 Uhr. Hunger hatte ich und so mussten Spagetti her. Kaum verging eine Stunde, waren wir wieder unterwegs - es war zwar immer noch wolkig, aber nieselte nicht mehr. 30m Hinab zum Drachensee und dann hinauf zum Seebener Tor (2263m). Von der Abzweigung zum Tajatörl bis fast hinauf zum Seebener Tor mussten wir ein riesiges Schneefeld queren - uns spuren.
Wir stehen auf dem Seebener Tor und blickten in die Sonne. 200m steile direkte Abfahrt um Schnee Richtung der Abzweigung zum Stöttltörl, rest noch über Schotter bis 1960m dann ging es in der echt heißen Sonne zum Stöttltörl (2036m) hoch. Hier war Schluß mit lustig, es pfiff ein Wind, das wir trotz der Sonne unsere Fließjacken anzogen, rein ins Kletterzeugs und ab. Der Klettersteig zur Südlichen Wankspitze war schön wie immer und geröllig wie immer. An jeder Bergkuppe und in jeder Scharte pfiff der Wind durch. So ging es immer hoch auf einen kleinen Zwischengipfel und wieder bis zu 30m runter und wieder hoch. Dieses mal sind wir die Kletterclub-Variante (seit letztem Jahr neu) gegangen und haben auf dem Aussichtsbankerl ein Päuschen gemacht. Kurz danach waren wir auf der Wankspitze.
Kletterzeugs ausziehen, schnell was trinken, Aussicht genießen und dann ging es ab. Es war heiß, aber sehr windig und die Zeit saß uns im Nacken.
Wir gingen um 16:41 Uhr von der Wankspitze runter und unser Bus fuhr um 18:14 Uhr in Obsteig weg. Also ging es eilenden Fußes dahin, knappe 1150 Hm bis Obsteig in knapp 1:40 Stunden. Wenn ihr jetzt mitgerechnet habt, werdet ihr wissen, dass wir unseren Bus um nicht mal 5 Minuten verpasst haben.
Also an den Straßenrand und den Daumen in den Wind halten und auf ein deutsches Kennzeichen hoffen, denn die fahren am ehesten über den Fernpass.
Ein ganz junges Pärchen hielt, sie fuhren nicht nur über den Fernpass (sie mussten nach Füssen), sie fuhren auch nach Ehrwald und sie fuhren uns auch noch zum Parkplatz - das war ein ganz klasse Geburtstagsgeschenk für Elke.
An dieser Stelle an das Pärchen nochmals vielen Dank.
Im Auto angekommen wurde erst mal Wasser gebunkert und Schuhe ausgezogen, verschwitztes Zeug weg und umziehen - welch Wohltat. Zum Abschluss gab es in Ehrwald noch eine Pizza - um die Lebensgeister zu wecken!
Noch ein paar Touren-Eckdaten:
19 Km Länge
1550 Hm gesamt auf mit allen Gegenanstiegen
1600 Hm Gesamt ab
Seebener Klettersteig: Steighöhe ca. 220 m - D/E
Wankspitz Klettersteig: Steighöhe ca. 170 m + Gegenanstiege = ca. 250 m - C
Gesamtzeit 11 Std
Reine Gehzeit ca. 9:30 Std
Ach ja, meine neuen Schuhe sind jetzt eingelaufen - sie trugen sich wie Hausschuhe, nur mit wesentlich besseren tritt. Auf der zweiten Hälfte vom Seebener waren sie schon so griffig, dass ich mit ihnen sicher reiben konnte.
Es war eine anstrengende, aber traumhafte Tour.
Um mit Ulis Worten zu schreiben, es war zu 90% eine Uli-Tour - den Seebener kann man ja auch über den "Hohen Gang" umgehen.
Hier mal die Tourengrafig:
[attachment=343]
Edit: Muss noch schnell einen Nachtrag machen: Das "Seeben(er) Törl" (in der DAV-Karte in Klammer gesetzt) ist eigentlich unter dem richtigen Namen "Grünstein Scharte" bekannt - kann mir den Namen nur nicht merken (der Hinweis kam von df311)