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Zirler Klettersteig - Erlspitze
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20.06.2007, 00:44
Beitrag: #1
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Zirler Klettersteig - Erlspitze
Ich würd gern am kommenden Wochenende den Zirler Klettersteig über den Westgrat auf die Erlspitze gehen (ev. in Kombination mit dem Freiungen-Höhenweg). Die Beschreibungen zum Klettersteig sind recht vage, die einen klassifizieren den Steig als eher leicht, die anderen sprechen von ungesicherten Kletterstellen im II. Grad. Weiß jemand näheres? Fotos? Erfahrungsberichte?
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20.06.2007, 14:29
Beitrag: #2
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RE: Zirler Klettersteig - Erlspitze
Ich kenne den Steig selbst leider nicht. Etwas Information über den sanierten Steig gibt's auf der Homepage des Solstein-Hauses.
<Ernst> |
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24.06.2007, 23:10
Beitrag: #3
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RE: Zirler Klettersteig - Erlspitze
ich bin den zirler klettersteig auf die erlspitze nun gegangen (in verbindung mit dem freiungen-höhenweg, der in vielen führern ebenfalls - fälschlich - als klettersteig bezeichnet wird: klettersteig ist in meinen augen nur ein steig, bei dem selbstsicherung mit klettersteigset zumindest weitgehend möglich ist, während es sich beim freiungen-höhenweg nur um einen alpinen steig mit vereinzelten seilsicherungen handelt). der steig beginnt auf der eppzirler scharte (sehr mühsamer aufstieg vom solsteinhaus aus), führt dann kurz an der n-seite in eine kleine scharte, dann auf der s-seite durch eine steile, loseschottrige und schrofe rinne in die erlscharte. von dort über steilere schrofen in eine felsrinne, über zwei kleine steilstufen empor, dann nach links heraus und nochmals ein paar schritte durch schrofiges gelände in einen steilen grashang. ab hier teils durch grashänge, teils durch leichte schrofen ohne größere schwierigkeiten zum gipfel. die ungesicherten IIer-Stellen, die der steig laut rother-führer zu bieten hat, hab ich vergeblich gesucht, im gegenteil: der steig ist vorbildlich gesichert (auch an stellen, wo es nicht unbedingt nötig wäre). die schwierigkeiten beschränken sich auf die steile rinne vor und die felsigen stellen nach der erlscharte - insgesamt also über ca. 15 min. gehzeit, während der rest des ca. 1stündigen aufstiegs alpines gehgelände ist.
fazit: landschaftlich ausnehmend schöner steig, sehr gut gesichert und relativ leicht. erfahrene klettersteigler können das klettersteigset wohl zuhause lassen, für anfänger ists ein guter einstieg ins klettersteig-gehen: gut gesichert, kaum ausgesetzt, nicht zu lang. wegen des sehr brüchigen gesteins sollte man aber in jedem fall einen helm tragen, viel steinschlag durch vorausgehende. |
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25.06.2007, 12:04
Beitrag: #4
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RE: Zirler Klettersteig - Erlspitze
gdp schrieb:... Hi, gerade da würde ich mich auch als "erfahrener" Klettersteiggehen einhängen, weil das bei einem Steinschlag (trotz Helm) dann meine einzige Sicherheit vor dem evtl.en Absturz ist. Ein entsprechender Stein auf den Helm, Schulter oder Finger kann das kurzzeitige Öffnen der Hände (durch Schmerz oder Schreck) bewirken und ... Jeder, der dann ungesichert geht, sollte sich zumindest dieser Gefahr bewust sein. Durch den Rückgang des Perm.-Frostes in den Bergen wird die Steinschlaggefahr auch immer größer. Bei einem entspr. großen Felssturz ist eh alles verlohren - es hilft da evtl. noch etwas in den Berg horchen und ein rechtzeitiges umkehren (auch wenn das Wetter noch so schön und sicher ist). Wir haben auf den Gamsängern im Wildenkeiser das Bersten der Felsen hören können - es kamen zwar keine Steine runter, aber es klang recht bedrohlich. Ansonsten hast du eine schöne Tour gemacht - hast du vieleicht auch ein paar Fotos zum kucken - neugierig bin .LG walter Es ist die Kunst, im richtigen Augenblick die richtige Entscheidung zu treffen. |
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27.06.2007, 07:49
Beitrag: #5
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RE: Zirler Klettersteig - Erlspitze
gdp schrieb:.. zirler klettersteig auf die erlspitze in verbindung mit dem freiungen-höhenweg.Interessant, danke. Ich darf wie Walter fragen, ob es auch Fotos von der Tour gibt ;-) Würde dann einen Link von der Hauptseite auf diesen Bericht setzen. <Ernst> |
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30.06.2007, 00:12
Beitrag: #6
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RE: Zirler Klettersteig - Erlspitze
Um eure Neugier zu befriedigen hier nun ein paar Fotos zum Erlspitz-Klettersteig - vorab aber noch eine Anmerkung bezüglich Steinschlag: Der wirklich steinschlaggefährdete Abschnitt am Erlspitz-Klettersteig beschränkt sich auf ca. 5-10 Gehminuten, nämlich die Passage nach der Erlscharte, wo der Steig an der Nordseite in eine schmale Felsrinne führt - hier ist man dem Steinschlag durch weiter oben Steigende voll ausgesetzt. Hier ist, neben Helm, Selbstsicherung mittels Klettersteigset sicher wichtig, zumindest wenn man nicht allein am Steig unterwegs ist. Und genauso wichtig: Weiter oben am Grat, wo man in leichteres Gelände kommt, keine Steine lostreten!
Aber nun ein paar Fotos, zuerst zum Anstieg über den Freiungen-Höhenweg, der, wie gesagt, kein Klettersteig, wohl aber ein ziemlich anspruchsvoller (Stellen I+, sehr spärlich gesichert), alpiner Höhenweg: Das erste Stück des Freiungen-Höhenwegs von der Nördlinger Hütte (nicht sichtbar) durch die Ostflanke der Reither Spitze in den Ursprungsattel. Vom Ursprungsattel führt der Steig durch eine abenteuerliche Felsrinne in die Südflanke der Freiungen. Ein guter Überblick über den Mittelteil des Steigs: (Fast) immer in der Südflanke der Freiungen, manchmal durch Grashänge, manchmal mit felsigen Passagen. Und ein erster Blick auf die Erlspitze mit dem Normalweg von Süden (also rechts über den mittelsteilen Rücken) und dem Westgrat, den man direkt vor sich hat. Rückblick auf den Freiungen-Höhenweg. |
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30.06.2007, 00:18
Beitrag: #7
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RE: Zirler Klettersteig - Erlspitze
Zum Abschluss führt der Freiungen-Höhenweg, etwas ausgesetzt und unangenehm auf schuttbedeckten, abschüssigen Platten zu gehen, durch eine Felsschlucht, ... ... die man hier nochmals im Rückblick sieht. Wo der Freiungen-Höhenweg durch die Schotterreisen der Eppzirler Scharte zum Solstein-Haus hinabführt, zweigt man ab und wühlt sich durch den tiefen, losen Schotter hinauf zur Eppzirler Scharte - nicht sehr lange (ca. 20 Min.), aber anstrengend. Hier hat man erstmals einen Einblick in den etwas unübersichtlichen Westgrat der Erlspitze. Man steigt zu dem rechts unten sichtbaren Schotterband ab, durch dieses steil links bergauf in die Erler Scharte und dann über die Nordseite auf den Grat. Den Steilaufschwung am Fuß des Westgrats (eine ca. 15 m hohe, stark zerklüftete Wandstufe) umgeht man also nordseitig. Und so schaut das auf der Nordseite auf: Gut gestufter, nie allzu steiler und hier erstaunlich wenig brüchiger Karwendel-Fels, einwandfrei gesichert, ein echtes Vergnügen. |
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30.06.2007, 00:31
Beitrag: #8
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RE: Zirler Klettersteig - Erlspitze
Über diese Türme muss man zum Glück nicht drüber ... ... dafür aber da rauf: Die anspruchsvollste Passage in der steilen Rinne, die einen auf den Westgrat hinaufführt. Danach wechselt der Charakter und man wandert gemütlich über steile Grashänge und leichte Schrofen zum Gipfel. Knapp unterhalb des Gipfels in einer nordseitigen Schlucht die berühmte Gipfelstürmernadel - mit Gipfelzeichen! Der Abstieg von der Erlspitze führt über einen bequemen, nur im Mittelteil kurz etwas anspruchsvollen Steig, der über den breiten Rücken in der Südflanke der Erlspitze führt. Soweit der Bildbericht. Und damit es vollständig ist noch die Eckdaten zur Tour: Wenn man den Freiungen-Höhenweg mitnehmen will, fährt man am besten von Seefeld mit der Bahn zum Härmelekopf (erste Fahrt 9 Uhr, am Wochenende 8:30, rund 13 Euro) und wandert von dort zur Nördlinger Hütte (30 Min.), oder man steigt am Vortag zur Nördlinger Hütte auf und übernachtet dort). Gehzeit Härmelekopf über Freiungen-Höhenweg zum Einstieg Klettersteig ca. 5 h. Vom Einstieg Klettersteig zum Gipfel ca. 1 h. Abstieg vom Gipfel übers Solsteinhaus nach Hochzirl ca. 3 h. Wer auf den Freiungen-Höhenweg verzichtet, startet am besten von Hochzirl oder von Gießenbach (über Eppzirler Alm) aus, Gehzeit zum Einstieg je ca. 3,5 h. Schwierigkeit des Klettersteigs würde ich mit B angeben. Der Freiungen-Höhenweg ist kein Klettersteig (keine Möglichkeit zur Selbstsicherung), erfordert aber solide bergsteigerische Erfahrung und absolute Trittsicherheit. |
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30.06.2007, 20:04
Beitrag: #9
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RE: Zirler Klettersteig - Erlspitze
Einen schönen Bericht und tolle Fotos - gefällt mir.
Leider hat das Jahr viel zu wenig Wochenenden, so das ich es warscheinlich nicht mehr schaffen werde, da herum zu kraxeln - steht aber auf der Wunschliste. LG Walter Es ist die Kunst, im richtigen Augenblick die richtige Entscheidung zu treffen. |
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01.07.2007, 01:20
Beitrag: #10
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RE: Zirler Klettersteig - Erlspitze
möhrchen857 schrieb:Einen schönen Bericht und tolle Fotos - gefällt mir. Danke für das Lob. Wer alpine Klettersteige (so wie ich) schätzt, wird an diesem Steig sicher seine Freude haben. Ideal wäre wohl, sich ein Wochenende Zeit zu nehmen, am ersten Tag den Innsbrucker Klettersteig vom Hafelekar zur Frau-Hitt-Scharte zu machen und über den Gipfelstürmerweg zum Solsteinhaus zu gehen. Tag 2: Aufstieg Normalweg Erlspitze, Abstieg Klettersteig (dann hat man die Schotterreise im Abstieg), Freiungen-Höhenweg, dann runter nach Seefeld. |
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